Die Kraft aus dem Ursprung

Geomantische Betrachtungen zur Stadt Witten

Das Wittener Zentrum mit Rathaus und der Johanniskirche
Das Wittener Zentrum mit Rathaus und der Johanniskirche

Im Folgenden werden neben den geographischen und historischen Bedingungen bzw. Ereignisse auch die qualitativen Einflüsse der Landschaft und die subjektiven Aspekte der Region vorgestellt und beschrieben, die aus geomantischer Sicht zur Gründung der Stadt Witten beigetragen haben.

Eine Langversion mit viel mehr Detailangaben, Erläuterungen und die Quellenangaben finden Sie in meiner Website www.reiner-padligur.de.

naturräumliche und geologische Gegebenheiten

Wenn man den Großraum um Witten betrachtet liegt Witten im Übergangsbereich zwischen der im Norden sich ausdehnenden Westfälischen Tieflandbucht und dem im Süden sich ausdehnenden Mittelgebirge mit dem Bergischen Land und dem Sauerland.

Die heute in unserer Gegend vorhandenen Höhenzüge sind geologisch durch die Faltenbildung des Karbonhorizonts entstanden. Die Auffaltungsrichtung des Karbongesteins bestimmt heutzutage den eher südwestliche-nordöstliche Verlauf der Gebirgszüge und Täler um Witten. In der aktuellen Topographie der Landschaft kann man deshalb immer noch die unterschiedliche Struktur des Untergrundes wiederfinden.

Witten und Umgebung um 1840 in der Historika TK 1:25.000, Landesvermessungsamt NRW

Im Quartär ab 800.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung war das Gebiet von Witten während mehrerer Eiszeiten ganz oder teilweise von Gletschern überdeckt. Entscheiden ist dabei vor allem vor etwa 200.000 Jahren die Rißeiszeit gewesen, deren Gletscher bis nach Langendreer vordrangen. Die Eis- und Geröllmassen verstopften den damaligen Ruhrverlauf dort. Die Ruhr floss früher vom jetzigen Ruhrtal im Süden über eine große Schleife an Witten vorbei nach Langendreer um dann über das heutige Ölbachtal Richtung dem heutigen Verlauf der Ruhr bei Herbede wieder zum jetzigen Ruhrtal zuzufließen. Der damalige wohl gewaltige Rückstau des Schmelzwassers durchbrach zwischen dem heutigen Kleff und der Ruine Hardenstein irgendwann eine dort vorhandene Schneise und spülte das heutige Ruhrtal nach Herbede frei, so dass heutzutage die Ruhr in diesem breiten Urstromtal ohne besonders großes Gefälle nach Herbede abfließen kann.

Der ehemalige Flussverlauf der Ruhr ist durch seine Ablagerungen von Geröll an verschiedenen Stellen im Wittener Raum auch heute noch präsent.  Der für die spätere Betrachtung noch wichtige kleine Ausläufer eines Höhenzuges auf dem die heutige Johanniskirche steht ist das Relikt eines Überbleibsels der ehemaligen oberen Mittelterrasse der Ruhr. 1.)S.9f

Das Wittener Ruhrtal vom Berger-Denkmal mit Blick nach Osten Richtung Wengern

Witten liegt also geologisch gesehen eher in dem Innenkurvenbereich einer riesigen Ruhrschleife. Der heutige Flussverlauf mäandert dagegen langsam schwingend von Osten kommend Richtung Kleff um dort dann eine S-Kurve Richtung Heveney und Herbede zu machen. Im Bereich des alten Flussbettes der Ruhr fließt jetzt im Wittener Gebiet der Wannenbach Richtung Ruhr. Dieser Aspekt spielt später bei der Betrachtung der sogenannten Wasserdrachen noch eine Rolle.

Ein Nebenaspekt der Wasserverläufe ist auch, dass im heutigen Stadtgebiet bei Annen in der Mulde zwischen dem Annener Berg und dem Ardeygebirge die Wasserscheide zwischen Ruhr und Emscher sich befindet. Der Grotenbach bei Annen entwässert zur Emscher und die (ehemalige) Hüstenbecke sowie der bei Wullen entspringende Pferdebach entwässert zur Ruhr. Diese eher sehr flache Schwelle zur Hellwegregion nach Nordosten und der auch nur geringfüge Höhenunterschied beim Crengeldanz nach Langendreer nach Norden sind günstige Voraussetzungen für die Entstehung der Handelswege gewesen, die das Wittener Stadtgebiet durchqueren. Bei den geomantischen Betrachtungen wird dies dann noch eine Rolle spielen.

Für die Landwirtschaft ist dann noch von Bedeutung, das nach der letzten Eiszeit durch die Winde sehr fruchtbarer Löß über das Land geweht wurde, der sich im Wittener Raum vor allem in den Muldenlagen teilweise mehrere Meter dick ablagerte. Gerade zu Beginn der Besiedlung wird es auch eine Rolle gespielt haben, das der eher lockere leichtere Lößboden mit den damaligen Mitteln relativ noch einfach zu bearbeiten war.

Beschreibung der Siedlungsanfänge Wittens

Leider liegen uns aus der noch früheren Zeit der Besiedlung dieser Region in der Frühgeschichte nur vereinzelte Streufunde vor. Es gibt ein paar Funde aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit doch diese Zufallsfunde lassen keine Besiedlungsstruktur in der Urzeit erkennen. Interessant ist aber der Hinweis von A.H. Blesken, das „einige Stücke aus importiertem westeuropäischem Feuerstein bestehen“ 2.)S.10, die nach seinen Aussagen ein Nachweis für einen seit über 5.000 währenden Handel in dieser Region sind.

Blick vom Helenenberg zum Wittener Zentrum in Richtung Langendreer
Blick vom Helenenberg zum Wittener Zentrum in Richtung Langendreer

Gerade hier wird es aus geomantischer Sicht interessant nach diesen alten Handelswegen zu forschen. Da alte Straßen und Wege auch immer mit der lokalen Raumdynamik in Verbindung stehen. „Solche Wege werden nicht vorsätzlich angelegt. Sie bilden sich indem sie begangen werden. Wo ein Einzelner ein einzelnes Mal geht, bildet sich vielleicht noch kein Weg. [ ] Wo der eine mehr oder weniger unbewusst den bequemsten Weg gegangen ist, da folgen ihm dann die anderen nach, aber korrigieren zugleich seine Ungeschicklichkeit, die der erste vielleicht noch gemacht hat, und schaffen so den günstigsten Weg. So sind bald bevorzugte Verbindungslinien da, die durch das Ausgetreten-werden bald den Vorzug vor dem nichtausgetretenen Gelände gewinnen.“ 3.)S.98 So die Beschreibung der Entstehung von Wegen von Prof. Dr. Otto F. Bollnow in seinem Buch ´Mensch und Raum´.

Das charakteristische all dieser ersten Trampelpfade ist aber, dass diese nie in einem Gelände geradlinig verlaufen. Es wird nie die objektiv kürzeste Strecke gelaufen, sondern die angenehmste Strecke. Deren Linienverlauf ist aber immer eher geschwungen, bogenförmig. Aus geomantischer Sicht entspricht der Linienverlauf der Trampelpfade dann auch oft dem Linienverlauf der Chi-Dynamik des Raumes. Alte Straßen- und Wegeführungen lassen deshalb auch oft eine Aussage über die Chi-Dynamik des Ortes zu (siehe auch in www.reiner-padligur.de: Der Weg ist das Ziel).

Die alten Fernwege und der Hellweg

Im gesamten Ruhrgebiet bildet der Ruhrhöhenrücken und das parallele Flusstal der Ruhr sowie die Flußauen der Emscher und Lippe im Norden die energetisch dominierenden Ost-West-Achsen der Region. Besonders über die Flüsse erfolgt der energetische Zustrom der Chi-Energie von Osten zum Westen. Dabei stellt der alte Hellweg von Paderborn/Soest bis nach Mülheim zum Niederrhein nicht nur als Wirtschaftsweg (als alter „Salzweg“ und heute als [ehemalige] B1/ A40), sondern auch als „Heiliger Weg“ das energetische Rückgrat der Region des Ruhrgebiets dar. Neben der energiezuführenden Ost-Westachse wird das Ruhrgebiet auch noch durch einen steten Chi-Strom von den Ruhrhöhen im Süden zu den flachen Emscher- und Lippeauen im Norden bestimmt (siehe auch weitere Infos zur Geomantie des Hellwegs).

Der Hellweg in Witten Heven ist der alte Fernweg von Dortmund ins Bergische Land

Im Wittener Raum ist die Linienführung der sonst üblichen Nord-Süd-/Ost-West-Verbindung durch die Bedingungen der lokalen Topographie etwas Diagonal verschoben. Das Nordost-Südwest verlaufende breite flache Tal zwischen Wullen und Annen mit der Wasserscheide zwischen Ruhr und Emscher war als Talweg relativ trocken und wurde entsprechend auch als angenehmer Ab- bzw. Aufstieg von Dortmund über Witten zur Ruhr genutzt. Ebenso war die Lücke zwischen dem Langendreerholz und dem Papenholz, als Relikt des ehemaligen Flusslaufes der Ruhr ein idealer Durchgang nach Nordwesten Richtung Bochum.

Bei Niedrigwasser konnten im Wittener Raum zwei Furten über die Ruhr benutzt werden. Eine lag bei der jetzigen Bommeraner Brücke oder etwas oberhalb und die andere bei der jetzigen Nachtigallbrücke kurz bevor der Wannenbach in die Ruhr floss. An dieser Stelle war auch bereits für das Jahr 1321 eine Fähre über den Fluss belegt.1.)S.30  Je nach Wasserstand wurde der eine oder andere Ruhrübergang bevorzugt.

Im Wittener Zentrum kreuzen sich nun mehrere Fernwege. Der Verlauf der alten Nord-West-/Süd-Ost-Verbindung von Bochum erfolgte vom Crengeldanz über die Augustastr. (früher: Tiefer Weg = Hohlweg) zur heutigen Hauptstraße dann wohl durch das Oberdorf zur heutigen Husemannstr. entlang des ehemaligen Bachverlaufs der Hüstenbecke bis zur Ardeystr. dann nach Herdecke. Die Nord-Ost-/Süd-West-Verbindung von Stockum wird wohl hauptsächlich über die Pferdebachstr. und Johannisstr. zur Stadtmitte und dann etwas südlich parallel zur heutigen Bahnhofstr. zur Ruhrfurt an der Stelle der heutigen Nachtigallbrücke geführt worden sein.

Das alte Fernwegenetz von Witten-Zentrum nach Elmar-Björn Krause

Witten ist zuerst als kleines Dorf an diesem Kreuzungsbereich der Fernwege entstanden. Gerade weil es aber im Wittener Stadtgebiet keinen eindeutigen Kreuzungsbereich dieser Wege gibt, stellt sich unter geomantischen Sicht die Frage: Warum und wo wurde dann Witten genau gegründet?

„Der Ort hat immer etwas Punktuelles. Man kann auf ihn zeigen. Er bezeichnet einen festen Punkt im Raum, insbesondere einen festen Punkt auf der Erdoberfläche. Vor allem aber hat sich dieser Begriff im Sinn von Ortschaft verengt, d.h. als Bezeichnung einer menschlichen Siedlung. [ ] Darum kann man auch Orte nicht tauschen, wie man Plätze und Stellen tauscht, sondern sich höchstens an einen Ort begeben. [ ] Auch eine Ortschaft, eine Stadt oder ein Dorf ist Ort nicht infolge ihrer räumlichen Ausdehnung, sondern weil sie an dieser bestimmten Stelle gelegen ist.“ 3.)S.38f, so die Beschreibung von Prof. Dr. Bollow.

Aber wo ist der Ursprung des Ortes ´Witten´? Dazu lohnt es sich die ersten nachgewiesenen Siedlungsschritte zu betrachten. Nach Schoppmeyer 1.)S.25f und 7.)Karte 8&9 ist Witten in mehreren Teilschritten entstanden ist. Zuerst das von ihm beschriebene Oberdorf dann das Unterdorf. „Den ältesten Kern des Oberdorfes darf man in einem Dreiviertelkreis um die Johannis-Kirche vermuten; er umschloss den späteren Kornmarkt und den heutigen Marktplatz. [ ] nach Südwesten schloss sich gegenüber der Johannis-Kirche der Schultenhof an, der zuerst 1375 als Hof zu Witten bezeichnet wurde. [ ] Die übrigen Höfe und Kotten des Oberdorfes [ ] schlossen sich diesem Kern vor allem in Richtung Osten und Süden bis zur Oberstr. an.“ 1.)S.25f

Wie Schoppmeyer auch richtig feststellt lagen die meisten der Höfe auf einer kleinen aber deutlichen Erhebung der ehemaligen Ruhrterrasse, die etwa von der Johanniskirche bis zum Viehmarkt verläuft, und hier vom unteren Marktplatz bis zur Bergstraße einen Höhenunterschied von etwa 10 Metern ausmacht. Auch wird von Schoppmeyer richtiger Weise festgestellt, dass das Gebiet des Oberdorfes kurz unterhalb eines Quellhorizont liegt. „Der Kernbereich des Dorfes war an der Johannis- und Bellerslohbecke, in zweiter Linie an der Hüstenbecke orientiert. Die Bäche dienten in der früh- und hochmittelalterlichen Phase als Wasserversorgung von Mensch und Vieh.“ 1.)S.25f und 7.)Karte 8&9 Der Johannisbach, der auch Johannisbecke bzw. Heilenbecke genannt wurde, mündete auch lange Zeit in einen Teich vor dem Schultenhof, der erst nach 1782 zugeschüttet wurde.

Dieser kleine Höhenunterschied und auch der Verlauf der Bäche wird bei den geomantischen Betrachtungen noch eine Rolle spielen.

Nach dem Oberdorf ist nach Schoppmeyer dann das Unterdorf entstanden, das südlich vom Schultenhof gelegen hat. Dieses Siedlungsgebiet ist nach Schoppmeyer im 11.Jahrhunder entstanden. Für eine geomantische Betrachtung kommt allerdings weniger darauf an, wann etwas passiert ist, sondern vor allem wo und warum.

Auf Basis der damit vorgestellten Beschreibung der naturräumlichen Gegebenheiten der Landschaft um Witten und der ersten Siedlungsschritte folgt nun die Analyse und Bedeutung der Landschaft für die Entstehung und Entwicklung der Stadt Witten aus geomantischer Sicht.

 

geomantische Analyse Wittens

Die Fragen, die sich in der Geomantie für jeden Standort stellen, sind: Welche äußeren Voraussetzungen liegen an dem Ort vor und was bewirken diese Bedingungen? Gibt es von den äußeren Bedingungen die Möglichkeit für eine guten Platz, ein ´Ming Tang´(chin. Hellster Palast), an dem die sogenannte Chi-Kraft am stärksten vorhanden ist. Wenn ja, welche Qualität hat die Chi-Dynamik und welche Auswirkungen sind vor Ort deshalb für die Menschen hier zu erwarten.

Die Berg- und Wasserdrachen

Die Lage und der Verlauf der Berge und Flüsse stellen ein grundlegendes Kriterium dar, nach dem die Qualität der Landschaft für einen Standort beurteilt werden kann (Weitere Infos zu Berg- & Wasserdrachen).

Die Berg- und Wasserdrachen der Landschaft von Witten

Von der Ortsmitte Wittens liegt im Osten das Ardeygebirge und auf der nördlichen Seite liegt der Höhenzug des Steinberges und des Annenberges als Bergdrachen. Etwas losgelöst davon, aber noch in der energetischen Verlängerung zu diesem, folgt dann der Höhenzug des Papenholzes bis zum Kleff im Westen von Witten. Witten wird also von zwei Bergdrachen umarmt.

Der wichtigste Wasserdrachen ist in Witten natürlich die Ruhr, die im Südosten aus Wetter kommt und dann am Kleff  im Südwesten wieder aus dem ehemaligen Wittener Stadtgebiet sich entfernt. Darüber hinaus gibt es noch den kleineren Wasserdrachen des Pferdebaches und später Wannenbach, der von Norden kommend im Südwesten vor dem Kleff in die Ruhr mündet.

Diese Konstellation entspricht einer günstigen Ortslage, denn da „ wo der Atem der Natur gut zusammengehalten wird, von links und rechts eingeschlossen, wo Wasser in sich windenden, mühsamen Bahnen forttragen, dort gibt es die besten Anzeichen für ständig spielenden Lebensatmen.“ 8.)S.80 So der Englische Missionar E.J. Eitel in seinem bereits 1873 veröffentlichen eindrucksvollen Buch über ´Feng Shui oder die Rudimente der Naturwissenschaft in China´.

Witten wird entsprechend im Westen, Norden und Osten umarmt von mehreren Bergdrachen und im Süden umflossen von einem Bergdrachen in den zusätzlich noch ein kleiner Wasserdrachen mündet. Der Drachenpunkt oder Ming Tang (Hellster Palast) liegt zwischen diesen Drachenlinien in etwa dort, wo das Oberdorf von Witten als Keimzelle unserer Stadt gelegen hat.

Die Fünf Tiere

Für eine Klärung der Frage: Warum ist das Oberdorf genau dort entstanden?, muss man bei der geomantischen Betrachtung Wittens darüber hinaus auch noch die Himmelstiere und Richtungstiere betrachten, mit denen noch weitere Details der Landschaft erkennbar sind (siehe auch in der Website www.reiner-padligur.de zu Fünf Tiere).

Im Feng Shui spielen die Himmelstiere eine wichtige Rolle, da sie in direkter Beziehung zu der Sonne stehen. Bei den Himmelstieren steht, ausgehende von dem Zentrum des Oberdorfes, dem Sitz der Schlange, der Drachen im Osten, der eine Verbindung mit der Nordseite des Ardeygebirges hat. Der Phönix im Süden steht in Verbindung mit dem Ruhrtal und der Tiger im Westen hat eine Verbindung zum Kleff bei Heven. Die Schildkröte im Norden steht in Verbindung mit dem Langendreer Holz.

Die 5 Feng Shui Tiere der Landschaft vom Wittener Zentrum

Bei den Richtungstieren des Standorts, die sich nach dem lokalen stärksten Phönix- oder Schildkrötenaspekt orientieren, ist der Phönix des Standorts das offene Ruhrtal im Südwesten. Hier ist eine große Weite und viel Sonne vorhanden und darüber hinaus fließt dort die Ruhr mit der aktivierenden Qualität des Wassers vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite im Nordosten liegt dann die Schildkröte, die für Witten im Annener Berg und den Steinberg präsent ist. Gegenüber dem Phönix ist aber die Schildkröte etwas schwächer vorhanden. Ausgehend von dieser Achse liegt auf der rechten Seite dann der Tiger, der durch den Papenholz und den Bückenberg präsent ist, und der Drache auf der Linken, der durch den Helenenberg und das Ardeygebirge präsent ist.

Da die Richtungstiere nur wenig aus der Achse der Himmelstiere verschoben sind ergänzen und unterstützen sich beide Aspekte gegenseitig. Für den Standorte hat diese Konstellation der vier Tiere einen großen Vorteil, denn „Nach der Feng Shui-Theorie ist der bestmögliche Platz für ein Gebäude (oder Siedlung) einer, an dem die vier Symbole – Drache, Phönix, Tiger und Schildkröte – gut in den Formen der umliegenden Landschaft zu erkennen sind. [ ] Im Idealfall sind zwei Hügel oder Berge zu sehen, davon einer im Osten des Anwesens, und der andere im Westen. Da der Drache dem Tiger stets überlegen ist, repräsentiert der östliche Hügel ersterer; er ist etwas höher, vorspringender und zerklüfteter als der westliche Hügel.“ 10.)S.26f So Derek Walters in seinem Buch über `Die Kunst des Wohnens´. Diese gewünschte und förderliche Anordnung und lokalen Präsenz der Richtungstiere trifft für Witten zu.

Da Witten nicht zu nah an oder auf den beiden starken lokalen Yin-/Yang-Qualitäten der Berg- und Wasserdrachen liegt sind diese nicht zu dominant oder bedrohlich vorhanden, sondern versorgen den Standort Wittens mit einer ausgeglichenen und deshalb positiven Chi-Dynamik. Die offene weite Muldenlage zwischen den umgebenden Hügeln stellt darüber hinaus auch ein Sammelort der Chi-Dynamik dar, so dass der Ming Tang (Hellste Palast) von Witten also über viel Chi-Kraft verfügt.

Die geomantische Qualität der Landschaft

Die obige Analyse der Anordnung der Berg- und Wasserdrachen als auch der vier Tiere ergeben aber auch die Schwäche des Standorts. Der relativ offene Durchgang durch das breitere Muldental nach Nordosten nach Dortmund und auch die Lücke im Bergdrachen nach Nordwesten nach Bochum, stellen eine Schwächung des Standorts dar. Diese Öffnungen in der Landschaft bewirken ein Risiko von Flüchtigkeit oder größerer Zerstreutheit für die Chi-Dynamik. Die qualitative Wirkung dieser Konstellation ist, dass man Reichtümer und Wohlstand weniger halten kann, da man aus diesen Richtungen auch eher Bedrohungen ausgesetzt sein kann. Es bedeutet im positiven Sinn aber auch, dass Witten eine größere Offenheit nach Außen hat und so der Handel oder der Austausch mit anderen nach Außen einen größeren Stellenwert bekommt.

Eine Folge dieser Schwächung der Sicherheit nach Außen war dann wohl auch, das relativ früh die Herren zu Witten sich auf mehrere Herrensitze um Witten herum positionierten, um diese Schwächung zu kompensieren. Auch die doch sehr bewegten und oft wechselnden Herrschaftsverhältnisse in Witten könnten aus dem Aspekt der Flüchtigkeit und der Unbeständigkeit durch die Qualitäten der Landschaftsstruktur erklärt werden.

Aus der Konstellation der Landschaft kann man nun auch schon rückschließen, dass es kein Zufall ist, das Witten nie eine so große Stadt geworden war, wie Dortmund, Bochum oder Hagen, das aber der Handel, und heutzutage die Dienstleistung, immer schon einen großen Stellenwert in Witten hatte. Ein Beweis für die Wichtigkeit des Handels ist, dass für Witten bereits im Jahr 1464 ein Jahrmarkt, die Aegidien-Kirmes und heutige Zwiebelkirmes, am 1.September belegt ist. „An diesem Tag wurde ein wundertätiges Marienbild in feierlichem Umzug durch die Straßen des Ortes getragen. Diese Prozession soll manchmal so viele Teilnehmer gezählt haben, dass ihr Zug sich bis nach Wullen erstreckte.“ 17.)S.193 Diese Prozession und damit verbundene der Jahrmarkt wird deshalb bereits vor 1464 eine deutlich längere Tradition gehabt haben, denn sonst wären ja nicht so viele Menschen zusammen gekommen.

Auch die Wochenmärkte hatten früher schon einen hohen Stellenwert in Witten gehabt. In einem Rechtsstreit wurde im Jahr 1675 Witten das bereits vor dem 30jährigen Krieg bestehende Recht zu einem Kornmarkt zugesprochen, da es nachweisen konnte, dass Witten gegenüber Hattingen eine noch ältere Markttradition hatte. Witten war ein Umschlagsplatz zwischen der Hellwegregion und dem Bergische Land und dem Sauerland.

Die geomantischen Bedingungen des Wittener Stadtzentrums

Wenn man nun die energetische Mitte, der Ming Tang (Hellste Palast) der Landschaft an dem Witten entstanden ist, genauer betrachtet, dann kann man im Detail noch feststellen, dass es wiederum landschaftsbedingt kein Zufall ist, das der Ursprung von Witten im Bereich des Oberdorfes um die Johanniskirche entstanden ist. Wenn man sich die Höhenschichten um den Ursprung des ersten Siedlungskerns des Oberdorfes genauer anschaut, dann stellt man fest, das im Nordwesten des Oberdorfes vor der Talmulde des Pferdebaches eine kleine Erhebung sich befindet auf deren Scheitelpunkt die Ardeystr. heute geführt wird. Diese Erhebung im nördlichen Bereich hat nach Südwesten einen kleinen Ausläufer, eine sogenannte Bergnase oder ´Kralle eines Drachenfußes´, auf dessen letzten Ende die heutige Johanniskirche sich befindet. Dieser Ausläufer ist die Geländestufe von der oberen Hauptterrasse zur unteren Hauptterrasse der ehemaligen Ruhr. Das Oberdorf liegt, wie der Name des Dorfes es ja auch schon nahelegt, fast vollständig auf der oberen Terrasse. Der ehemalige Schultenhof lag vor der Johanniskirche auf der unteren Terrassenstufe. Zwischen dem Schultenhof und der Geländestufe verlief der Nord-Süd-Fernweg und südlich der Bergnase parallel zum Johannisbach sowie südlich am Schultenhof vorbei verlief der Fernweg von Stockum zur Ruhrfurt am Wannenbach. Das erste Dorf mit dem Schultenhof und die Johanniskirche lagen also direkt am Kreuzungsbereich dieser Fernwege.

Diese topographischen Bedingungen im Zentrum des Ming Tang (Hellster Palast) der Landschaft, sind der Schlüssel warum Witten genau an dieser Stelle gegründet worden ist. Denn „Angenommen, es wurde Boden gefunden, wo Drachen und Tiger vollständig durchzeichnet sind, dann gilt es an der Stelle des Zusammentreffens von Drachen und Tiger eine kleine Mulde oder kleine Erhebung zu suchen, oder, kurz gesagt, einen plötzlichen Übergang von männlichem zu weiblichem oder von weiblichen zu männlichen Boden. Denn der Körper des Drachens und die umliegenden Hügel sollten immer beide, männliche und weibliche, Eigenschaften aufweisen, bis genau zu dem Punkt, wo der glücksbringende Standort ausgewählt werden soll.“ 8.)S.80f Die von Eitel, in seinem Zitat aus dem Buch ´Feng Shui oder die Rudimente der Naturwissenschaft in China´, verwendeten Begriffe männlich/weiblich stehen für die Beschreibung der Polaritäten von Yin und Yang.

Der Ausläufer der oberen Ruhrterrasse ist als ´Kralle des Drachenfußes´ genau die Stelle, die als kleine Erhebung den Übergang zwischen den Yin-/Yang-Kräften der Landschaftsdynamik die Chi-Kräfte des Ming Tang (Hellsten Palast) manifestiert.

Die heutige Kreuzung der Hauptstr. mit Bahnhofstr. und Johannisstr. ist identisch mit dem alten Wegekreuz der Fernwege im Ming Tang (Hellster Palast) der Landschaft.

Aus geomantischer Sicht ist deshalb das Oberdorf, als Keimzelle von Witten, nicht per Zufall an dem Bereich um die Johanniskirche herum entstanden. Hier ist der Ort mit der stärksten Präsenz der Chi-Dynamik der Landschaft, die allen Kriterien für einen guten Ort entspricht. Der Ort wird durch die größere Landschaftsdynamik mit positiven Chi-Kräften versorgt. Die Yin-/Yang-Qualitäten sind ausgeglichen vorhanden und es gibt einen lokalen Ming Tang (Hellster Palast), die Bergnase der oberen Terrasse, in dem sich die Chi-Kräfte sammeln können und manifestiert haben.

Auch wenn die ersten Siedler dafür vielleicht selber nicht komplizierte geomantische Untersuchungen angewandt haben, so haben sie diese Qualitäten der Landschaft erlebt und unbewusst wahrgenommen. „Die rituelle Festlegung des Zentrums, von dem im wahrsten Sinne des Wortes positive Kräfte auf die Stadt und ihr Umfeld ausstrahlen sollten, war der entscheidende Schritt der Stadtgründung. Aus dieser Mitte heraus konnte sich der städtische soziale Organismus entwickeln, ohne eine klare definierte Mitte wäre dies aus etruskischer Sicht nicht möglich gewesen.“ 12.)S.14 so Peter F. Strauss in seinem Text über „Etruskische und römische Traditionen der Ortswahl“. So wurde wohl relativ früh durch den Bau des ersten Vorgängerbaus der heutigen Johanniskirche von der Dorfgemeinschaft die Mitte des Ortes manifestiert. Die Johanniskirche steht dabei wohl auch nicht per Zufall als Axis Mundi oder Omphalos direkt auf der Spitze der kleinen Bergnase, also im Zentrum des Ming Tang (Hellster Palast) am Scheitelpunkt mit der stärksten Yang-Dynamik und mit dem größten Wechsel zur Ying-Dynamik.

Ein weitere Aspekt der Mitte bzw. der Sammlung der Chi-Kraft in der Ortsmitte hatte auch der sogenannte Feuerlöschteich südlich vor dem Schultenhof direkt an der Wegekreuzung, in den der damalige Johannisbach mündete, gehabt. Gerade weil durch das Wasser immer die Chi-Kräfte transportiert und gesammelt werden, haben Teiche immer auch eine wichtige Funktion die lokale Chi-Kraft zu sammeln. Damit erfüllte der Teich eine wichtige Funktion, denn „Wenn sich das Gewässer im Süden befindet und ein traditionelles Ming Tang oder Becken des Himmels bildet, muss es ruhig und still sein.“ 9)S.79 so Stephen Skinner. Leider wurde der Teich 1782 zugeschüttet, so dass dieser Aspekt seitdem verloren gegangen ist. Bei den Fragen nach den Perspektiven und Konsequenzen aufgrund dieser geomantischen Analyse auf die künftige Stadtentwicklung soll darauf noch einmal eingegangen werden.

Die Johanniskirche und der Kraftplatz der Axis Mundi

Die Johanniskirche steht auf einem kleinen Bergdrachen im Ming Tang der Landschaft

Zuletzt soll hier nur noch ein kleines Detail betrachtet werden, das die genaue Position der Johanniskirche betrifft. Der Bereich des Zentrums des Ming Tang (Hellster Palast) auf dem die Johanniskirche auf der Spitze der kleinen Bergnase steht ist aus geomantischer Sicht noch eine größere Fläche. Innerhalb dieses energetischen Zentrumsbereichs hätte die Kirche ohne weiteres auch noch woanders positioniert werden können. Hier kommen nun einige radiästhetische Qualitäten zur Auswahl des Standorts in Betracht, weshalb die Johanniskirche wohl genau an diesem Ort errichtet worden ist.

„Im Kirchbau der Jahrhunderte spielen ´gute Orte´ eine besondere Rolle. Sie aufzusuchen und sich entsprechend abzuladen von hohen Störzonenbeanspruchung oder sonstiger Unpässlichkeit ist weit verbreitete Praxis bei empfindlichen Personen. [ ] Vielfach bilden sie den Ursprung einer historischen Ansiedlung. Die hohen radiästhetischen Qualitäten solcher Plätze waren bei allen Kulturen bekannt und wurden entsprechend genutzt: Dolmen, Kirchenbauten, Tempelanlagen, Votivsäulen oder besondere Baumstandorte sind Beispiele dafür.“ 13.)S.70 So die Feststellung von Prof. Eike Georg Hensch in seinem Buch über „Radiästhesie im ländlichen Bauen und Siedeln“, der sich als Professor im Fachbereich Architektur an der Fachhochschule Hannover auch mit dem Thema der Radiästhesie in Bezug auf Siedlungsgründungen und Kultplätzen beschäftigt hat (siehe auch unter: Radiästhesie).

Bei den rituellen geomantischen Methoden der Stadtgründung bei den Etruskern wird auch angenommen, dass sie die Erdstrahlen untersucht haben, um den besten Ort für die Stadtgründung zu finden. Bei den Etruskern „wurde durch den Priester der Mittelpunkt der Stadt durch einen rituellen Akt feierlich festgelegt. Dabei suchte er sich – modern gesprochen – einen ´anregenden´ Punkt, das heißt zum Beispiel ein Kreuzungspunkt zweier rechtsdrehenden Wasseradern, einen kosmischen ´Einfallspunkt´, die Kreuzung von zwei bedeutenden geomantischen Zonen, und markiert diese zunächst als seinen Standort. Er bildet dabei eine Vertikale Achse, eine ´Axis mundi´, die den Himmel mit der Erde verbindet.“ 12)S.13 , so Peter F. Strauss in seinem Artikel zum Thema „Etruskische und römische Traditionen der Ortswahl“.

Das geomantische Kraftzentrum in der Johanniskirche

Von meiner Seite wurde deshalb der Standort der Johanniskirche radiästhetisch untersucht. Die Messung hatte einen Kreuzungsbereich einer rechtsdrehenden Wasserader, die in einer ebenfalls rechtsdrehenden geologischen Verwerfungslinie verläuft, mit zwei kleineren geomantischen Zonen und einem linksdrehenden Riss im zentralen Bereich des heutigen Hauptschiffs ergeben. Dieser Bereich im Hauptschiff der Kirche stellt aus radiästhetischer Sicht einen starken positiven Kraftort dar. Diese Stelle lag, wie dann die spätere Recherche ergab im Vorgängerbau der Kirche bis 1856 direkt im Chorbereich der Kirche.

„Es spricht einiges dafür, dass man bewusst solche ´Orte der Kraft´, wie man sie auch genannt hat, suchte und dann die Kirche regelrecht drum herum baute. Wie diese Orte gefunden wurden, ist nicht überliefert. Es kann mit der Wünschelrute oder intuitiv geschehen sein. Vielleicht hat man auch von dem Verhalten der Tiere Schlüsse abgeleitet, weil es bekanntlich bei den Tieren Strahlenflüchter und Strahlenfreunde gibt. Jedenfalls versprach man sich aufgrund der besonderen Strahlungsverhältnisse vor den Altären eine positive Kraft, die den Geistlichen seelisch-dynamisch anregen und ihn auf kreative Gedanken bringen sollte.“ 14.)S.160f so Willi H. Grün in seinem Buch „Erdstrahlen – unheimliche Kraft oder blühender Blödsinn“. Stärkere Kraftorte können dementsprechend Menschen dynamisch anregen und auch spirituell kann man an solchen Ort leichter mit sich und der Welt in Einklang sich fühlen.

Aufgrund der von mir durchgeführten Untersuchung der Johanniskirche wird der genaue Standort der Johanniskirche mit dem ehemaligen Chorbereich auf dem positiven Kreuzungspunkt der Erdstrahlen deshalb wohl nicht per Zufall dort so ausgewählt worden sein, sondern er wird wohl als Folge einer in der Frühzeit der Siedlungsgeschichte von den Bewohnern wahrgenommen positiven Energiestruktur an diesem Ort zurückzuführen sein.

Blick von Steinhausen ins Ruhrtal zur Wittener Innenstadt und Bochum bzw. Stockum und den Annener Berg rechts

Die Essenz der geomantischen Betrachtungen zum Ursprung der Stadt Witten

Als Essenz der geomantischen Betrachtungen zum Ursprung der Siedlungsgründung der Stadt Witten kann man feststellen, dass:

  • Witten im Zentrum einer positiven Landschaftsdynamik liegt. Durch die Topographie der Landschaft mit den Bergen, Tälern und Flüssen ist im Bereich des ehemaligen Oberdorfes ein größeres Kraftzentrum vorhanden, das eine Raumqualität von Sicherheit und Stabilität aber auch Kreativität und Dynamik für den Ort bewirkt – dem Genuis Loc bzw. der Ming Tang (Hellster Palast) von Witten.
  • Die Landschaftsdynamik hat durch die Öffnungen in der Talmulde nach Nordosten Richtung Dortmund und der ehemaligen Ruhrpforte nach Nordwesten Richtung Bochum Schwächen. Diese Schwächung verursacht eine Raumqualität von Flüchtigkeit und das Reichtümer und Wohlstand weniger gehalten werden können. Diese Schwächung bewirkt aber auch eine größere Offenheit nach Außen weshalb für Witten der Handel oder der Austausch und die Kommunikation mit anderen nach Außen einen größeren Stellenwert hat.
  • Die alten Fernwege orientieren sich nach dieser Landschaftsdynamik. Das ehemalige Oberdorf lag direkt an einem Kreuzungsbereich mehrerer Fernwege.
  • Das Zentrum der Urzelle von Witten im Bereich der ehemaligen Oberstadt an der Johanniskirche liegt im Zentrum des positiven Kraftzentrums der Landschaftsdynamik genau dort, wo durch eine markante Geländestufe, die kleine Bergnase der oberen Hauptterrasse der ehemaligen Ruhr, die Chi-Kräfte der Landschaftsdynamik ausgeglichen sind und gesammelt werden – dem Ming Tang (Hellster Palast) von Witten.
  • Die Johanneskirche steht in diesem Zentrumsbereich auf dem spirituellen Yang-Zentrum und der ehemalige Schultenhof, der Stammsitz der Familie von Witten direkt an der Wegekreuzung der alten Fernwege, lag am dynamischen Yin-Zentrum dieses Kraftzentrums der Landschaft.
  • Der genaue Standort der Johanniskirche richtet sich nach den lokalen radiästhetischen Bedingungen. Das spirituelle Zentrum des Ortes war ein Kraftplatz mit einem Kreuzungspunkt mehrerer Erdstrahlen, der bis 1856 sich direkt im Altarbereich der Johanniskirche befand – die Axis mundi oder der Omphalos von Witten.

Diese geomantischen Strukturen stellen aber auch die Bedingungen dar in die sich Witten als Dorf und später auch die Stadt Witten hinein weiter entwickelt hat. Die geomantische Struktur ist sozusagen die Matrix der Stadt, die die Bedingungen beschreibt, wie das Dorf von einer ersten Ansiedlung bis zur Großstadt dann sich weiter entwickelt hat.

Eine Konsequenz der Schwächung in der Konstellation der Landschaftsdynamik, die für Witten die Qualität von Flüchtigkeit und Offenheit nach außen bewirkt, wurde schon mehrfach erwähnt. Diese Struktur der Landschaft kann man als Bild auch so beschreiben, dass Witten von der Eigenwahrnehmung der Wittener immer am Rande zu etwas anderem liegt. Witten liegt am Rande vom Ruhrgebiet, am Rande vom Ennepe-Ruhrkreis und am Rande des sauerländer-bergischen Mittelgebirges. Witten ist überregional gesehen nie der Mittelpunkt, sondern befindet sich immer im Übergangsbereich zu einer anderen Region. Witten ist zu allen Seiten offen, hat aber auch zu allen Richtungen Beziehungen und Verbindung. Witten ist wie eine Spinne, die im Netz der überregionalen Landschaftsdynamik sitzt.

Auch dem Kernbereich des Oberdorfes ist eine gewisse Zerstreutheit anzumerken. Ausgehend von dem beschriebenen vermutlichen Ursprung und Zentrum des Oberdorfes im Bereich der Johanniskirche mit dem späteren Kornmarkt und des ehemaligen Schultenhofs verteilte sich in der weiteren Entwicklung das weitere Oberdorf in einer lockeren Anordnung und Wegeführung im Bereich der heutigen Oberdorfstr. und Oberstr. immer eher oberhalb der oberen Mittelterrasse weiter aus. Das weitere Wachstum von Witten erfolgte nicht zentral, um das erste Dorfzentrum und um die Johanniskirche herum, sondern folgte dabei der Geländestufe nach Süden und Südosten. Es entsprach eher einem Straßendorf, das sich nach den vorhandenen Fernwegen ausrichtete.

Nun soll noch auf einige der Veränderungen in der Neuzeit eingegangen werden, die mit diesen geomantischen Bedingungen zusammen hängen.

Veränderungen in der Neuzeit und künftige Perspektiven

Die moderne Verkehrswege und das alten Fernwegenetz von Witten

Die neuzeitlichen Verkehrswege spiegeln die geomantische Struktur der Landschaft wieder. So windet sich die Terrassenführung der ersten Bergisch Märkischen Eisenbahn von der Ruhr aus Wetter kommend in einem großen Bogen mit geringer Steigung in den flachen Übergang nach Dortmund, der ja auch bereits von den alten Fernwegen genutzt wurde. Die spätere Verlängerung der Eisenbahn nach Bochum nutzt den ehemaligen Verlauf der Ruhr beim Crengeldanz Richtung Bochum aus. 1.)S.301 Die ersten Eisenbahntrassen sind also entsprechend der lokalen Schwäche in der geomantischen Landschaftsstruktur entstanden.

Mit der Höherlegung der Eisenbahnterrassen wurde die Innenstadt, außer bei der Ardeystr. Richtung Herdecke, durch Unterführungen von der äußeren Umgebung abgetrennt. Wie bei einem Burgwall kann man von allen Seiten Witten nur erreichen, wenn man durch eine Eisenbahnunterführung fährt. Diese doch oft engen und dunklen Öffnungen beinträchtigen den Empfang und das Eintreten in die Stadt. Aus geomantischer Sicht wäre es deshalb zu begrüßen, wenn die bereits an den Unterführungen der Ruhrstr. und Bahnhofstr. umgesetzten Lichtinstallationen und helleren Anstreicharbeiten auch an den anderen Unterführungen durchgeführt werden könnten, um auch die restlichen ´Tore´ der Stadt attraktiver werden zu lassen.

Auch in den Autobahnen kann man einige der geomantischen Landschaftsaspekte Aspekte wiederfinden. Die A 44 erfüllt heutzutage als Querspange zwischen der A 45 und der A1 mehrere Funktionen. Sie ist für den Fernverkehr heute der Ersatz der Nord-Ost-/Südwest-Verbindung von Dortmund ins Bergische Land nach Wuppertal, aber auch der Ersatz der Nordwest-Südostverbindung für die Autofahrer von Bochum über Hagen nach Frankfurt. Keiner dieser modernen Wege führt direkt in die Mitte des ehemaligen Ortskerns von Witten, sondern alle führen an Witten vorbei.

Für den Innenstadtbereich hat die Bahntrasse im Westen vor allem zur Folge, dass das dynamische Zentrum der Stadt sich Richtung Bahnhof, zuerst am Karl-Marxplatz und ab 1901 an seinem heutigen Stelle gelegen, verschob. Dadurch wurde das eigentliche Zentrum der Stadt, die Johanniskirche mit dem damaligen Marktplatz davor und der Hauptstr., deutlich geschwächt.

Der Bereich vor dem Bahnhof und besonders um die untere Bahnhofstr. ist aber immer noch, trotz der Stadtgalerie als modernes Einkaufszentrum und des neuen Busbahnhofs am Bahnhof, die ´Unterstadt´ und wenig geeignet für hochwerte Geschäfte oder attraktive Wohnungen. Aufgrund der geomantischen Grundstruktur wird sich daran auch kaum etwas ändern. Dieses geomantische Defizit der Ortsrandlage im ehemaligen Bereich der Unterstadt kann aber, wie zur Zeit im Wiesenviertel, durch viel kulturkreative Menschen kompensiert werden.

Aus geomantischer Sicht wäre es wünschenswert, wenn die Urzelle von Witten, das alte Ortszentrum um die Johanniskirche mit dem Bereich des ehemaligen Kornmarktes, erhalten bzw. unterstützt werden könnte. Das bisherige Planungsverfahren für die Neubebauung des ehemaligen Kornmarktplatzes hat gezeigt, dass die Bevölkerung ein großes Bedürfnis hat diesen Bereich als eine attraktive Mitte für die Stadt zu erhalten oder zu gestalten. Ein neuer Brunnen an diesem Ort, z.B. der bisherige Sackträgerbrunnen, würde auch wieder das aktivierende und sammelnde Wasser an diesem Ort aktivieren.

Für die geomantische Grundstruktur der Stadt Witten ist es aber auch schade, dass die positive unterstützende Standortqualität der Ruhr sich für die Bevölkerung nur wenig entfalten kann, da die Ruhr nur an wenigen Stellen direkt zugängig ist. Zur Förderung des Wandels von der Industriegroßstadt zu einer lebensfreundlichen Dienstleistungs-, Einkauf- und Freizeitstadt wäre es deshalb wünschenswert, wenn im Bereich des Mühlengraben und der Ruhrbrücke eine Erschließung für die Freizeitkultur umgesetzt werden könnte.

Kraftplatzaktivierung mit Didgeridoo im Wittenener Muttental
Geomantische Aktivierung eines Kraftplatzes mit Didgeridoo im Wittenener Muttental

Für die weitere Entwicklung in spätere Zukunft wäre es für Witten auch aus geomantischer Sicht zu empfehlen, falls das Edelstahlwerk der Deutschen Edelstahlwerke GmbH doch einmal schließen muss, hier vor Ort eine ähnliche Deindustrialisierung durch zu führen, wie es zum Beispiel die Stadt Dortmund für das „Phönix“-Gelände in Dortmund-Hörde und dem heutigen „Phönix“-See umgesetzt hat. Dabei könnte hier in Witten auch sehr gut der Wannenbach mit einbezogen werden. Dadurch könnte der ehemalige Yin-Bereich der Stadt wieder seine ursprüngliche Qualität entfalten.

Ich würde mich freuen, wenn mit dem Wissen über die Zusammenhänge der geomantischen Hintergründe des Ursprungs der Stadt Witten und der Kraft der Landschaft aus der Witten entstanden ist ein paar kreative Anregungen gegeben werden konnten, wie die Stadt Witten sich in Bezug auf ihr geomantisches Potential positiv weiter entwickeln könnte.

 

Quellennachweise für die erwähnten Daten, Fakten und Grafiken (z.B.1.)S.xy) und eine Langversion mit viel mehr Detailangaben, Erläuterungen finden Sie in meiner Website www.reiner-padligur.de.

 

Weitere geomantische Analysen einzelner Orte im Ruhrgebiet

Essen-Werden   /   Bochum   /    Bochum-Stiepel   /   Dortmund-Hohensyburg

Informationen zum Thema Geomantie des Ruhrgebiets finden Sie unter Ruhrgebiet.

Weitere Informationen zum Thema Geomantie finden Sie auch im Seminarskript und den Vortrag-CDs zum Thema: “Geomantie – Kraftorte und heilige Plätze” oder “Lebenswerter Wohnen und Leben mit Geomantie” unter Veröffentlichungen.

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Zuletzt überarbeitet am 26.06.2019