Megalithen – Steinerne Schätze der Vorzeit

Älteste Kulturdenkmal im Kreis Borken
Megalithengrab Düwelsteene bei Heiden ein Großsteinkammergrab

Von den wenigen Zeugnissen aus der Frühzeit der Menschheit sind die letzten noch vorhandenen Megalithenanlagen immer wieder sehr faszinierend. Besonders immer dann, wenn in der Landschaft noch „Mega“ (griechisch ´mégas´ = groß[e]) „Lithen“ (griechisch ´líthos´= Stein[e]) erhalten sind. Es stellt sich dann immer die Frage: Wer hat solche großen Steine, wann und wofür in der Landschaft aufgestellt?

 

Der Ursprung der Megalithen

Zum Ursprung und zur Geschichte der sogenannten Megalithenkultur, die in Europa vor allem in Westeuropa ihren Schwerpunkt hat, gibt es relativ wenig sichere Erkenntnisse, da leider viele Megalithenanlagen ausgegraben wurden oder verschwunden sind ohne deren Bestand zu dokumentieren.

Die wenigen Zeugnisse lassen dann oft nur eine grobe zeitliche Zuordnung zu. Trotzdem kann man wohl sagen, dass die Megalithenanlagen von Menschen errichtet worden sind, die zum Ende der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit, also von ca. 4.500 v.Chr. bis etwa 2.000 v.Chr., von Nordafrika über Westspanien und Portugal über Frankreich nach England und Irland sowie eben auch nach Norddeutschland bis nach Skandinavien gewandert sind. In Deutschland kann man die Erbauer der Megalithenanlagen vom Kulturkreis vorrangig der Trichterbecherkultur bzw. in Nordrheinwestfalen der Wartbergkultur zuordnen, die etwa von 3.500 v.Chr. bis 2.800 v. Chr. hier gelebt haben.

Grafik über den Bau einer Megalithenanlage in Atteln, Infotafel der Touristinfo Lichtenau
Grafik über den Bau einer Megalithenanlage in Atteln, Infotafel der Touristinfo Lichtenau

Archäologen haben dabei eine zeitliche Entwicklung bei den Grabanlagen festgestellt. Beginnend mit den ersten einfachen „Dolmen“, bretonisch bzw. kornisch = Steintisch, mit einem auf wenigen Steinen aufgesetztem Deckstein und nur einer entsprechenden kleinen Kammer und den Hühnenbetten, Steinkisten bzw. Großsteinkammergräbern oder auch „Allée couverte“, französisch = überdachter Weg, mit über 10 Decksteinen und einer Länge von über 30 Meter. Wobei die „Visbecker Braut“ in der Nähe von Wildeshausen mit etwa 80 m Länge wohl eine der größten Megalithenanlage in Norddeutschland ist. Zur Zeit der Erbauung waren alle Megalithengräber auch immer mit einem Erdhügel abgedeckt, der jedoch heute in der Regel nicht mehr vorhanden ist.

Zu den Zeugnissen der Megalithenkultur zählen darüber hinaus auch noch die Steinreihen oder Megalithenalleen oder auch „Alignement“, Französisch = in Reihe aufgestellt, und Vierecksetzungen sowie Ringsetzungen oder auch „Cromlech“, walisischen = gebogene flache Steine, die alle allerdings nie mit Erde abgedeckt waren.

 

Nutzung

Das Megalithengrab in Atteln mit einer teilweisen Rekonstruktion der Abdeckung und des Erdhügels
Das Megalithengrab in Atteln mit einer teilweisen Rekonstruktion der Abdeckung und des Erdhügels

In den Kammern der Dolmen und in den Steinkisten sind bei archäologischen Ausgrabungen in fast allen Fällen menschliche Knochenreste gefunden worden. Bei einigen Großsteinkammergräbern wurden öfters Knochen von über 100 Personen gefunden. Auch wurden teilweise die Großsteinkammern über mehrere Jahrhunderte und teilweise auch von verschiedenen Kulturen nach einander genutzt.

Eine Nutzung der Steinkisten und Hühnenbetten als Bestattungsanlagen ist demnach sicher. Doch waren diese Megalithenanlagen nur Gräber oder wurden diese auch als Kultplatz genutzt? Auch innerhalb unserer christlichen Kirchen haben in der Regel bis zum Ende des 18. Jahrhundert noch Bestattungen stattgefunden. Oft wurden die Pfarrer, Patronatsherren und auch Heilige (tlw. als Reliquie) gerne in der Kirche beerdigt, um damit nach dem Tod dem Himmel und dem Gott etwas näher zu sein. Auch heute sind viele davon weiterhin in der Kirche oft noch beerdigt. Aber keiner würde eine Kirche als Friedhof oder Grab bezeichnen, da unsere christlichen Kirchen vorrangig für Gottesdienste genutzt werden.

Wie bei unseren Kirchen sind deshalb auf den Hügeln der Megalithenanlagen auch andere rituelle Nutzungen, als die archäologisch nachgewiesene Verwendung als Grabanlage, denkbar. Ein Megalithengrab wäre sozusagen nur eine steinzeitliche Krypta auf der sich die Gemeinschaft, wie wir in unseren christlichen Kirchen, für Zeremonien und rituellen Feiern getroffen hat.

Bei den Steinreihen und den Rund- bzw. Vierecksetzungen gibt es in der Regel keine Bestattungen. So dass man bei diesen Megalithenanlagen ausschließlich von einer rituellen Nutzung ausgehen kann.

 

Megalithen in NRW

Die Düwelsteene, in einer Zeichnung aus 1713 von J.H.Nünning
Die Düwelsteene, in einer Zeichnung aus 1713 von J.H.Nünning

Aus geomantischer Sicht ist vor allem die Frage interessant: Warum und wofür genau wurde von den Menschen dieser hohe Aufwand betrieben und warum wurde der jeweilige Standort für die Megalithen ausgesucht?

Diese Fragen werden auf der Infoseite unter Orte / Megalithen in NRW am Beispiel einiger Megalithenanlagen in Nordrheinwestfalen beantwortet.

Wer also ein paar praktische Beispiele der Megalithenkultur hier vor Ort kennen lernen möchte der klickt weiter.

 

Weitere Infos:

Weitere Infos zu Megalithen gibt es auch in meinem Seminarskript und der Vortrags-CD zum Thema: „Geomantie, Kraftorte und heilige Plätze“. Siehe Infos dazu unter Veröffentlichungen.

Wer will ist auch gerne zu einer geomantischen Exkursion zu den Megalithengräbern in Soest und Heiden eingeladen. Weitere Infos dazu unter Veranstaltungen.

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Zuletzt überarbeitet am 14.01.2019