Wasser und Berge sammeln und lenken die Chi-Energie

Wanderweg direkt auf dem Rücken eines Bergdrachens
Ein Wanderweg direkt auf der Kraftlinie des Rückens eines Bergdrachens

Die Drachenlinien und Drachenadern der Berge, die Bergdrachen, sowie der Verlauf der Flüsse, die Wasserdrachen, waren zu Beginn der Siedlungsgeschichte in den Anfängen der Geomantie die wichtigsten Aspekte zur Beurteilung einer Standortsituation gewesen. In vielen geomantischen Traditionen hat deshalb der Verlauf der Berge und der Flüsse einen besonderen Stellenwert.

Zu diesen geomantischen Methoden zählen das ´Vastu´, die indische, hinduistische geomantische Tradition für den Haus- und Siedlungsbau. Der Begriff Vastu stammt dabei von dem Sanskrit-Wort ´Vasa´ ab, was ´Gelände zum Erbauen einer Residenz´ bedeutet, und somit einen direkten Bezug zur Topographie der Landschaft hat. Im Feng Shui steckt bereits in der Wortbedeutung der beiden chinesischen Schriftzeichen ´Feng´ und ´Shui´, die übersetzt ´Wind´ und ´Wasser´ bedeuten, die Wichtigkeit des Wassers. Auch bei den Etruskern und Römern belegen die überlieferten geomantischen Traditionen zur Stadtgründungen den Stellenwert der Qualität der Berge und des Wasser für eine guten Siedlungsstandort.

„Zuerst sollte der Ort klimatisch günstig liegen, also keinen rauhen Winden ausgesetzt sein, nicht in der Nähe von Sümpfen oder fauligen stehenden Gewässern liegen, anderseits war auch die Verfügbarkeit von ausreichendem gutem Trinkwasser aus Quellen oder sauberen Oberflächengewässern eine Hauptvoraussetzung – ohne Wasser kein Leben! Schließlich mussten auch Verteidigungs- und Schutzaspekte bedacht werde; viele alte etruskische Städte wurden auf Hügeln errichtet, die einen guten Überblick auf das umliegende Land bieten und relativ einfach zu befestigen waren.“ (Zitat aus: Etruskische und römische Traditionen der Ortswahl, Peter F. Strauss, in: Hagia Chora – Geomantie der Kulturen, Mühldorf, 1994)

Die Lebenskraft der Landschaft sammeln und lenken

original Tuschebild aus dem 19.Jh. einer idealen Landschaft nach Feng Shui (mit Colorierung)
original Tuschebild aus dem 19.Jh. einer idealen Landschaft nach Feng Shui (mit Colorierung)

Die Lebenskraft der Landschaft, die Chi-Kraft, wird durch die Formen und Strukturen der Landschaft, wie Bergformen und Flussläufe, gesammelt und gelenkt. In der belebten Natur, wie Pflanzen, Bäume und Tiere, hat sich dann diese Chi-Kraft manifestiert und verstärken dadurch die jeweilige Chi-Qualität eines Ortes. Bei der Landschaftsgeomantie beschäftigt man sich im Detail mit den Formen und Strukturen der Landschaft. Berge, spitze Formen und (Sonnen-)Licht stehen für die Yang-Qualität und bringen Kraft und Dynamik an einen Ort. Täler, Wasser und dunkle Orte stehen für die Yin-Qualität und bringen Ruhe und Passivität an einen Ort.

„Die Kämme und Linien der Landschaft bilden den Körper, Adern und Puls des [Yang-] Drachens, während die Wasserwege und Becken die unterirdische Ströme des [Yin-] Drachens bilden.“ (Zitat aus: Chinesische Geomantie, Stephen Skinner, München, 1983)

Berge sammeln und lenken die Chi-Energie

Berge lenken die Chi-Energie zu einem Ort hin. In dem Tuschebild rechts ist der kleine Punkt in der Mitte der ideale Standort, da viele hohe Berge im Rücken (Norden) ein guter Bergdrachen ist. Sie sind verbunden mit der Kraft der Ahnen und der Vergangenheit. Der Standort sollte allerdings nicht direkt auf dem Bergrücken oder am Berghang gewählt werden, da sonst die Drachenadern des Berges blockiert werden oder der Ort mit zu viel Energie versorgt wird. Ideal ist ein Standort, der über eine Hügelkette mit einem großen Ahnenberg verbunden ist und von Hügelausläufern umarmt wird – siehe Tuschebild.

künstlich angelegter Bergdrachen aus Natursteinfelsen im Feng Shui Garten der Landesgartschau Leverkusen
künstlich angelegter Bergdrachen aus Natursteinfelsen im Feng Shui Garten der Landesgartschau Leverkusen

Die Berge stehen dabei als Symbol für den Ursprung und die Beständigkeit des Lebens. Die Chi-Dynamik der Berge bewirken eine Aktivierung des Yang-Aspektes und vermittelt etwas von der Weite des Himmels und einen Überblick über die Landschaft und oftmals dadurch auch eine Distanz zum Lebensalltag unter sich. Deshalb haben höhere Standort und Bergkuppen oft auch eine spirituelle Qualität.

In der Geomantie werden deshalb innerhalb des Grundstücks Erdaufschüttungen und Felssteine zur Sammlung und Lenkung der Chi-Dynamik eingesetzt. Gerade auch in eher flacheren Gegenden reichen manchmal bereits einige Findlinge oder Felssteine aus um einen sogenannten Bergdrachen anzulegen. Auch eine kleine erhöhte Sitzfläche gegenüber der Umgebungsfläche vermittelt bereits einen besseren Über- bzw. Ausblick auf den Garten und auf das Leben an sich (siehe auch im Praxisbeispiel einer geomantische Gartengestaltung).

Wasser sammelt und lenkt die Chi-Energie

Neuanlage eines Teiches in einem Feng Shui-Garten als energetische Mitte des Grundstücks
Neuanlage eines Teiches in einem Feng Shui-Garten als energetische Mitte des Grundstücks

Wasser bringt die Chi-Energie zum Ort und sorgt gleichzeitig für den energetischen Abfluss. Zu viel Wasser-Chi, zu starke Strömung, ist jedoch genauso unangenehm, wie ein modriger Sumpf. Ein Wasser mit einer positiven Wasserqualität bringt immer Lebensfreude und erhöht die Attraktivität eines Standorts. Wenn Wasser vorhanden ist, sollte der Standort deshalb immer zum Wasser ausgerichtet sein. Die Fließrichtung darf allerdings nicht auf das Haus direkt gerichtet sein (Haus in Außenkurve), sondern sollte schräg am Haus vorbeiströmen (Haus in Innenkurve).

Beispiel von guten Verläufen eines Wasserdrachens
Beispiel von guten Verläufen eines Wasserdrachens

In der Grafik links mit den chinesischen Tuschebildern ist der kleine Punkt in der Mitte immer ein idealer Standort. Ein Standort ist gut, wenn der Wasserdrachen am Standort vorbei fließt, besser, wenn er vor dem Standort abfließt, und am besten, wenn sich vor dem Standort zwei Wasserdrachen treffen. Darüber hinaus kommen beim Wasser-Chi noch die Faktoren des Wassers für die Landwirtschaft (Fruchtbarkeit des Bodens) und für die Nutzbarkeit von Flächen für die Besiedlung (Trinkwasser, Überschwemmungsgebiet, Sumpfland) hinzu.

Das Wasser steht dabei als Symbol für die positiven Einflussmöglichkeit der Chi-Kraft des Wassers auf den Menschen. Die Chi-Dynamik des Wassers vermittelt dem Menschen die Balance zwischen Yin-Yang (die Welle), den Kreislauf des Lebens (das Fließen), die Unendlichkeit der Welt (Tiefe des Wassers / Weite des Himmels) und die Inspiration des Geistes (Bilder von Licht-Wellen-Reflexion).

In der Geomantie wird deshalb innerhalb des Grundstücks gerne auch soweit möglich das Wasser in Form eines Wasserdrachen zur Sammlung und Lenkung der Chi-Dynamik eingesetzt. Angefangen von einem kleinen Quellbrunnen oder einem kleinen Tisch bis zu einem Bachlauf mit Schwimmteich ist alles möglich. Auch imaginäre Bachläufe durch ein mäanderndes Kiesbett sind denkbar.

Der Ludgerus-Brunnen in Tannenberg bei Haltern wurde vom heiligen Ludger im 9.Jh. gefunden.
Der niemals versiegende Ludgerus-Brunnen in Tannenberg bei Haltern mit rechtsgedrehtem Heilwasser wurde vom heiligen Ludger im 9.Jh. gefunden.

Radiästhetische Besonderheit: Heilwasser und rechts gedrehtes Wasser

In der radiästhetischen Geomantie kommt darüber hinaus auch noch die Zuordnung des jeweiligen Wasser zu den sogenannten rechts-/links gedrehten Polaritäten hinzu. Rechts gedrehte Wässer findet man oft bei einem Heilwasser und bei Brunnen mit spiritueller Bedeutung. Auch ein besserer Einfluss auf Wachstumsprozesse und Geschmack wird dem rechtsgedrehten Wasser zugeordnet. An besonderen Kraftorten findet man deshalb oft auch rechtsgedrehte Wasseradern oder Brunnen bzw. Quellen mit rechts gedrehtem Wasser.

Zusammenfassung

Die Lage und der Verlauf der Berge und Flüsse, die als Bergdrachen und Wasserdrachen bezeichnet werden, stellen also ein grundlegendes Kriterium dar, nach dem die Qualität der Landschaft für einen Standort beurteilt werden kann. Die Anordnung und der Verlauf der sogenannten Berg- und Wasserdrachen sind auch bei der Gartengstaltung eine wichtige Voraussetzung um eine positive Lebenskraft zu erhalten bzw. diese entsprechend den Nutzungswünschen optimal zu lenken.

Bei den diversen Praxisbeispielen von Kraftorten werden bei den Beschreibungen und Analysen deshalb auch oft die Strukturen der Berg- und Wasserdrachen mit erläutert.

Bei den Praxisbeispielen von Gartengestaltungen finden Sie einige praktische Umsetzungsmöglichkeiten, wie man Berg- und Wasserdrachen gestalten kann.

Wer sich mehr mit der konkreten Umsetzung in der praktischen Landschaftsgeomantie beschäftigen will, der geht weiter zum Thema: Städtebau und Landschaftplanung.

 

©  2019  Wohn- und Geschäftsberatung Reiner Padligur
Alte Str. 37 b, 58452 Witten, Internet: www.geomantie.nrw

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Zuletzt überarbeitet am 14.01.2019