Essen-Werden_Abteikirche_St.-Ludgerus
Die Abteikirche St.Ludgerus in Essen-Werden steht direkt auf einem spirituellen Kraftplatz.

Eine geomantische Analyse von Essen-Werden

Eine geomantische Betrachtung von Essen-Werden, Alteburg, Pastoratsberg und Ruine St. Klemens mit dem Quellheiligtum des Klemensborn.

Nicht erst mit der Klostergündung des Hl. Liudger in Essen-Werden und der durch ihn von hier aus beginnenden Christianisierung Westfalens um 800 n.Chr. war das Gebiet südlich der Ruhr in Essen bewohnt und heilig. Bereits seit der Vor- und Frühgeschichte ist diese Region besiedelt gewesen. Die karolingischen Wallanlagen auf dem Berg „Alteburg“ und dem „Pastoratsberg“ sind dabei die ältesten sichtbaren Zeugnisse dieser Zeit in der Region.

Die ursprüngliche Ortslage von Essen-Werden wurde bestimmt von der an dieser Stelle gelegenen ehemalige Fuhrt durch die Ruhr und dem ersten Zentrum von Werden auf einer leichten Anhöhe der Niederterrasse des voreiszeitlichen Ruhrbettes direkt vor dem südlichen Ruhrhöhenzug des Bergischen Landes. Essen-Werden liegt außerdem an einem uralten Fernweg von Köln und Wuppertal über Werden nach Essen bis nach Münster und Dorsten. Die alte Stadtmitte von Essen-Werden lag darüber hinaus genau im Innenbereich einer langgezogenen Flussschleife der Ruhr.

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Bild 1: Die Anordnung der geomantischen Tiere der Landschaft von Essen-Werden.

Der Standort der ersten Siedler lag deshalb zum einen im ruhigeren Innenkurvenbereich der Ruhr aber gleichzeitig noch direkt in der Nähe zum Wasserdrachen-Aspekt des Flusses. Zum anderen lag der Standort noch unter dem Schutz der Bergdrachenaspekte der Höhen des Bergischen Landes im Süden und Osten (siehe auch unter: Berg- und Wasserdrachen). Im Südosten von Essen-Werden befindet sich in der Nähe vom Schulte-Barkhof die größte Erhebung des Ortes und der dominanten Schildkrötenaspekt der Region. Die Bergkuppe Alteburg im Süden repräsentiert den starken Drachenaspekt und die Bergkuppe Nähe des Viehauser Hof im Osten den etwas schwächeren Tigeraspekt des Ortes. Die in Richtung Nordwesten liegende Phönixseite Essen-Werdens wird durch die Ruhr und die offene Talseite in dieser Richtung stark gefördert (siehe auch Link zur Infoseite in meiner Website  www.reiner-padligur.de). Die topographische Konstellation und die Anordnung der Berg- und Wasseraspekte um Essen-Werden stellt entsprechend der geomantischen Formenschullehre aus dem Feng Shui einen äußerst günstigen Standort dar (siehe Bild 1).

Auf einer kleinen Anhöhe der Niederterrasse lag und liegt nun in der Mitte zwischen dem Wasserdrachenaspekte und den Bergdrachenaspekten das energetische dynamische Kraftzentrum, der sogenannte „Ming Tang“ (hellste Palast), dieser Gegend und bietet deshalb dort eine energetische ideale Lage zum siedeln und wirtschaften. Die Dynamik des Ortes wird darüber hinaus durch die Nord-Südfließrichtung der Ruhr und der Ost-Westrichtung der Talniederungen durch alle vier Himmelsrichtungsaspekte zusätzlich unterstützt.

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Bild 2 :Die geomantischen Energieachsen und die Fernwege von Essen-Werden.

Zusammen mit der Ruhrfuhrt stellt diese topographische Lage Essen-Werdens eine ideale Grundlage für eine energetisch starke Ortsdynamik dar, die durch eine günstigen Wegenetzanbindung an alte Handelswege noch gefördert wird (siehe Bild 2). Die starken Drachen- und Phönixseiten des Ming Tang sowie die überregionale Einbindung in das alte Fernwegenetz sind eine gute Grundlage für expansive Handlungsimpulse. Diese geomantische Ortslage Essen-Werdens war deshalb wohl mit ein Grund für die von hier aus erfolgreiche Christianisierung Westfalens durch den heiligen Luidger.

Auf den Berghöhen des Pastoratsbergs und der Alteburg gab es darüber hinaus ideale Schutzmöglichkeiten vor etwaigen Angriffen und einen direkten Kontakt zu den spirituellen Aspekten des Himmels. Die Wallanlagen auf diesen Bergen stellen die noch erkennbaren Zeugnisse der Ausnutzung dieser Aspekte dar. Durch die Größe und Höhenlage ist die Wallanlage auf der Alteburg dabei eine klassische karolingische Schutzburg aus dem 7./8. Jahrhundert. Dagegen ist die Wallanlage auf dem Pastoratsberg für eine Schutzburg mit nur ca. 100 m² viel zu klein und zu tief gelegen. Die Lage der Wallburg auf dem Pastoratsberg am Ende des von der Alteburg kommenden Bergrücken, also direkt auf dem Kopf des Bergdrachens, ist zusammen mit den Kreuzungen einiger geomantischer Linien im Inneren des Pastoratsbergs meines Erachtens ein Beleg für die spirituellen Ursprünge und Nutzung dieses dominanten Yang-Aspektes des Pastoratsberges auch bereits in vorchristlicher Zeit. Umgeben von den Wasserdrachenaspekten des Klemensborns und der Ruhr kann man auf der Kuppe des Pastoratsbergs Anteil nehmen an den dualen Energieaspekten des Lebens. Die Höhenlage des Pastoratsberges war mit den Kreuzungssysteme mehrerer geomantischen Linien für spirituelle Erfahrungen und Handlungen mit Sicherheit sehr förderlich gewesen (siehe Bild 3). Der Pastoratsberg stellt deshalb den Patriarchatsaspekt eines Höhenheiligtums dar, dessen innerer Bereich heute leider fast vollständig durch das Gebäude der Jugendherberge überbaut wurde (siehe auch unter: Kirchen und heilige Orte).

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Bild 3: Der Verlauf der geomantischen Berg- und Wasserdrachen von Essen-Werden.

Im Tal auf der flachen Niederterrasse und auf den flacheren Hochebene der Ruhrhöhen dominierte dagegen das Erdelement. Auf den fruchtbaren Höhen lagen auch die ersten Frohnhöfe Viehausen und Barkhof. Auf der Niederterrasse wurde direkt im Kreuzungsbereich der dynamischen Energieachsen und im Zentrum des Ming Tang vom Hlg. Luidger das Kloster mit der Abteikirche errichtet.

Aus geomantischer Sicht ist besonders  der Hinweis bzw. die Sage interessant, das der Heilige Luider neben der ersten Kirche an der Stelle eines Baumes begraben werden wollte und das erst anschließend die Abteikirche mit der Krypta genau an der Stelle seines Grabes errichtet worden ist (siehe Foto ganz oben). Es soll der Baum gewesen sein bei dem Luidger vor dem Bau der Kirche gebetet hatte und bei dem er dann ein Zeichen Gottes erhalten hatte: »An diesem Orte will ich einst den Tag des Weltgerichtes erwarten, und hier, wo ich jetzt sitze, soll meine Grabesstätte sein.«. (siehe auch: www.sagenhaftes-ruhrgebiet.de).

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Bild 4: geomantische und radiästhetische Untersuchung des Quellheiligtums St. Klemensborn.

Während die heutige Abteikirche vor allem auf die Neuerrichtung von 1275 zurückgeht und die älteste noch bestehende Kirche in Essen Werden die Luzius-Kirche ist, gebaut 995 n.Chr., stellt die Ruine St. Klemens, gebaut 957 n.Chr. den ältesten Kirchbau in Essen-Werden dar. Das besondere an der Kirche St. Klemens ist unter anderem die im ehemaligen Hauptschiff der Kirche gelegene und noch heute erhaltene Quellfassung des „Klemensborn“ von 957 (siehe Fotos ganz oben). Die alten Namen der Quelle wie Kinderquelle, Heilbrunnen, Taufbrunnen und Germanbrunnen zeugen von einem alten Quellheiligtum und von einer alten Heilquelle an diesem Ort. Dabei wurde die ursprüngliche Quellfassung radiästhetisch energetisch sehr ideal gebaut (siehe Bild 4).

Quellheiligtum_Ruine_Klemensborn
Die Kirche St.Klemensborn wurde direkt auf der Quelle des Klemensborn errichtet.

Die Quellfassung wurde direkt in den Fels gehauen und genau auf einem geomantischen Kreuzungssystem errichtet. Das Schöpfbecken liegt dadurch direkt auf einer tiefliegenden rechtsdrehenden Wasserader mit Kreuzungen einiger rechtsdrehenden Linien der Beredsamkeit und Wachstumslinien (siehe auch unter: Erdstrahlen). Die eher erdhafte Quellfassung konnte dabei die positiven örtlichen Erdaspekte entsprechend aufnehmen und so die anregenden Wirkung des Ortes und die Wirkung des Wassers noch verstärken. Die noch heute fließende „lebendige Quelle“ in der Ruine St. Klemens ist die wortwörtliche ´Quelle´ der anregenden Qualität dieses heiligen Ortes und stellt immer noch ein Zeugnis eines wohl ehemaligen matriarchalischen Heiligtums dar. Es könnte vielleicht als Folge des Ediktes von Papst Gregor I des Großen, 590 – 604 n.Chr., – heidnische Heiligtümer nicht zu zerstören, sondern in christliche Orte umzuwandeln – deshalb bereits im 7. Jahrhundert mit einer Kapelle überbaut und christianisiert worden sein.

Quellheiligtum_Quellfassung_Klemensborn
Quelle des Klemensborn, genannt auch Kinderquelle, Heilbrunnen, Taufbrunnen oder Germanbrunnen.

Zusammen mit der Abtei von Essen-Werden bietet der Pastoratsberg und die Ruine St. Klemens mit dem Klemensborn meines Erachtens auch noch heute die Gelegenheit die ursprünglichen spirituellen Aspekte und geomantischen Dynamiken dieser Landschaft und die Wurzeln des Ruhrgebiets zu erfahren. Vielleicht kann diese kurze Beschreibung von Essen-Werden dazu einladen diesen ursprünglichen Ort zu erkunden und dadurch Anteil zu nehmen an den spirituellen Wurzeln dieser Region und dort wieder neue Kraft zu schöpfen.

Weitere Infos:

Weitere Infos zu Essen-Werden und dem Klemensborn gibt es auch in meinem Seminarskript und der Vortrags-CD zum Thema: “Geomantie, Kraftorte und heilige Plätze”. Siehe Infos dazu unter Veröffentlichungen.

Wer will ist auch gerne zu einer geomantischen Exkursion nach Essen-Werden eingeladen. Weitere Infos dazu unter Veranstaltungen.

 

©  2019  Wohn- und Geschäftsberatung Reiner Padligur
Alte Str. 37 b, 58452 Witten, Internet: www.geomantie.nrw

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Zuletzt überarbeitet am 14.01.2019